Liegezeit meint, wie der Name schon sagt, einen gewissen Zeitraum unbeaufsichtigt gefesselt auf einer Liege oder am Kreuz in einem Raum zu liegen/zu stehen oder aber zum Beispiel eingesperrt in einer Box oder im Gefängnis auszuharren. Einen zusätzlichen Kick kann es geben, wenn du dabei keinen Blick auf die Uhr hast, sodass du irgendwann das Zeitgefühl verlierst.

Was löst das in dir aus, allein und eventuell nebst Fesselung auch noch mit verbundenen Augen oder gar mit einem zusätzlichen Gehörschutz dazuliegen? Das kommt wiederum ganz auf die Person selbst und ihrer Vergangenheit an. Nehmen wir zunächst das „harmloseste“ Szenario, du sitzt in der Zelle. Völlige Bewegungsfreiheit, du kannst hören und sehen. Lediglich aus der Zelle kannst du nicht selbstständig hinaus. Für den einen beängstigend, denn er kann ja gar nicht mehr darüber selbst bestimmen, zu kommen und zu gehen. Wie gut meint das Gegenüber es mit ihm? Lässt die Dame ihn länger sitzen? Hoffentlich vergisst sie ihn nicht. Was ist wenn jemand anderes wiederkommt? Was wird dann passieren? Die einzige Sicherheit, die er hat, ist, dass es vorher abgesprochen war und das die Dame professionell handelt.

Für den anderen ist es die pure Entspannung. Da sitzt er nun in einer Zelle mit ihrem dürftig ausgestattetem Inventar. In zwei Minuten alles betrachtet und was macht er jetzt den Rest der Stunde? Runterkommen! Genau diese gewisse Ausweglosigkeit kann dazu führen sein System herunterzufahren. Keine große Ablenkung von außen, einfach nur dasitzen. In unserem Studio ist das Gefängnis auf gleicher Ebene wie alle anderen Räume am Ende des Flures. Stimmen und das Klacken der High Heels sowie lauteres Stöhnen und Schreien aus den Zimmern sind noch vernehmbar. Aber er kann nicht aktiv daran teilnehmen. Gerade die Stimmen aus den Nebenräumen können sich zu einem Hintergrundrauschen entwickeln, jenes Klacken der High Heels wiederum, kann ihn zur Realität zurückführen. Wann wird das Klacken der High Heels zu seiner Zellentür hinführen?

Ich vergleiche dieses Szenario gerne mit längeren Stunden im Auto. Für manch einen bereits Stress pur, nur daran zu denken eine Stunde auf der Autobahn zu fahren. Für mich sind längere Distanzen oft einfach Wellness für den Kopf. Ich sitze ja zwangsläufig mehrere Stunden im Auto fest und fahre stupide den Anweisungen des Navis nach. Eigenes Denken wird nicht benötigt, Entscheidungen müssen nicht getroffen werden, das Ziel ist fest und es gibt keine Diskussion wie und warum. Einfach fahren.

Vielleicht hat jener Gast aber auch zuvor eine harte Ballbusting oder Flagellation Session hinter sich und genießt den Nachklang der Schmerzen in einsamer Ruhe, wohlwissend, dass es mehr die Ruhe vor dem Sturm ist. Wie geht es danach weiter? Wird die Dame gnädig mit ihm sein oder war es erst der leichtere Part der gemeinsamen Zeit?

Intensiver wird das Erleben in unserer schwarzen Box. Nicht nur, dass durch die dicken Wände die Stimmen und Geräusche deutlich gedämpfter klingen, sondern sie kann auf Wunsch auch komplett verdunkelt werden… und du kannst in der Box nicht aufrecht stehen. Das Ausgeliefertsein wird hier noch einmal deutlicher. Natürlich kann in dieser Box die Panik auch schneller steigen. Für längere Zeit überhaupt nichts zu sehen, kann für den einen oder anderen schon eine enorme Überwindung kosten. In dieser Stille werden die eigenen Gedanken laut. Würdest du dich das trauen?

Die höchste Intensität am Ausgeliefertsein liegt in meinen Augen in der Fesselung, vielleicht noch mit der Ungewissheit, wie lange am Stück er alleine daliegt. Wer sagt denn, dass die Liegezeit am Stück stattfinden muss…?! In diesem Szenario kann er sich minimal bis gar nicht bewegen. Mit einer Augenmaske auch nichts sehen. Der Hörsinn nimmt in dieser Zeit merklich zu. Bei jedem Atemzug spürt er die festen Seile um seinen Körper. Der Verstand weiß, dass sich die Seile in der Position nicht enger ziehen, aber gilt es auch für sein Gefühl? Fühlt es sich nicht trotzdem enger mit jedem Atemzug an. Jetzt bloß nicht in Panik verfallen. Verdammt, jetzt juckt es auch noch auf der Stirn. Mal eben mit der Hand rüberfahren ist nicht. Schon einmal gefühlt, wie es ist, nicht kratzen zu dürfen, wie ewig sich dieses Gefühl in die Länge ziehen kann? Zugegeben, es ist deutlich schwieriger, sich dem Impuls des sich-nicht-kratzens nicht hinzugeben, wenn beide Hände frei sind. Das erfordert eine hohe Willenskraft. Wenn man gefesselt ist, ist das Jucken nicht weniger schlimm, aber man hat eben keine Wahl. Das macht es irgendwie leichter, es hinzunehmen und zu ertragen.

Ich glaube, ich hatte es bereits in einem meiner vorangegangen Blogs erzählt, dass ich mal eine Erfahrung in meiner Kindheit machen durfte. Da war ich zwischen 5-7 Jahre alt. Mit ein paar unserer Nachbarskindern hatten wir Cowboy und Indianer gespielt und ich wurde dann von einem Jungen am Bettpfosten gefesselt. Nachdem er fertig war, ist er gegangen und sie haben eine zeitlang ohne mich weitergespielt. Ich fand das in diesem Moment einfach irgendwie nur entspannend. Lediglich als seine Mutter kurz in dem Raum kam, vermutlich um Wäsche zu holen (ich weiß es nicht mehr genau, was sie in dem Zimmer wollte), habe ich mich unwohl gefühlt, es war mir sogar irgendwie peinlich. Sie hat mich, wenn ich mich richtig erinnere, nur kurz angeschaut und ist dann wieder gegangen ohne mich loszumachen. Ich erinnere mich nur bruchstückhaft daran, aber dieser Fetzen der Erinnerung des Gefesseltseins sitzt bis heute in mir drin. Vielleicht liegt die Magie in diesem Moment nicht nur im Ausgeliefertsein selbst, sondern auch das ein anderer mich in diese Situation gebracht hat, quasi über mich bestimmt hat.

Warum genießt du die Liegezeit? Was geht dir dabei durch den Kopf? Wechselt deine Gefühlslage im Laufe der Zeit? Bereust du es? Hattest du schon einmal Panik bekommen?

Bei all den positiven Seiten zum Thema Liegezeit, möchte ich dir nicht meine Sichtweise einer professionell arbeiteten Dame vorenthalten. So entspannend und aufregend die Liegezeit für dich sein mag, desto fordernder ist sie für mich. Warum, wieso, einfach fesseln, Tür zu und fertig und nach einer Stunde wiederkommen?! Eben nicht. Zumindest nicht, wenn sie unbezahlt ist. Warum genau? Wer mich kennt, weiß, dass ich nicht wie am Fließband arbeite und am besten drei Gäste parallel habe. Ich nehme immer nur einen Gast an. Was anderes ist es, wenn Gäste zusammen etwas in einer Session erleben möchten, aber da sind wir eben auch gemeinsam im gleichen Raum. Erst wenn dieser Gast gegangen ist und nach einer kurzen Pause, nehme ich den nächsten Gast im Empfang.

Und das aus einem einfachen Grund. In unserer gemeinsamen Zeit bin ich voll und ganz bei dir. Ich lasse mich auf unser Spiel ein und liebe es, besonders tief einzutauchen. Bestenfalls ergibt sich ein Flow und wir beide sind im Hier und Jetzt. Trotzdem scanne und registriere ich permanent die Situation, deine Gestik, deine Mimik, deinen körperlichen Zustand (Schweißausbruch, Zittern, etc.). Das könnte ich nicht garantieren, wenn ich gleichzeitig im Hinterkopf an den Gast nebenan denken müsste, der da grad gefesselt liegt. Wer mich kennt, weiß, dass ich selten den Raum während einer Session verlasse, und wenn dann nur, weil kleine Damen auch mal auf die Toilette müssen, ich etwas holen muss oder nach einer öligen Massage nur schnell die Hände wasche. Würde ich nun einen Gast im Nebenraum gefesselt liegen haben, hätte ich nicht nur permanent ein ungutes Gefühl, ich würde ihn auch in regelmäßigen Abständen kontrollieren wollen. Das würde dann unser aktives Spiel stören, ganz zu schweigen davon, wie es sich für dich anfühlen muss, zu wissen, ich bin nicht ganz bei dir. Mich würde es, ehrlich gesagt, sehr stören.

Ich erlebte das auch in einem Massagestudio. Wenn die Damen selbst noch ans Telefon gehen müssen, um Termine auszumachen, dabei ständig aus dem Raum gehen, fühle ich mich nur wie eine Nummer und alles andere als entspannt. Na klar, eine Telefondame kostet Geld, aber das macht ein gutes Studio aus, und da bin ich selbst gern bereit, mehr Geld auszugeben, sprich, in obiges Studio ging ich nicht noch einmal.

Was meintest du vorhin mit unbezahlt? Ganz einfach, wenn du bei mir eine Liegezeit buchen möchtest, bezahlst du die volle halbe oder ganze Stunde. Ja, ganz schön viel Geld, nur um für sich allein zu liegen. Aus deiner Sicht, ja. Aus meiner Sicht? Ich nehme in der Zeit keinen anderen Gast an, ich muss die komplette Raummiete zahlen. Ich kontrolliere von Zeit zu Zeit dein Befinden. Ich würde dich nicht einfach irgendwo stundenlang unbeaufsichtigt liegen lassen, denn ich trage Verantwortung für dich! Also ja, am Ende des Tages nimmst du meine Dienstleistung in Anspruch und meine Kalkulation muss stimmen.

Ich habe meine Erfahrungen in der Vergangenheit gesammelt. In der Anfangszeit habe ich auch mal zwei Gäste gleichzeitig gehabt. Und nein, ich habe es nicht genossen, sondern mich hat im Gegenteil ein schlechtes Gewissen geplagt. Du könntest doch mehr Geld machen, wenn du mehrere nimmst? Wie gesagt, ich verzichte bewusst auf diese Doppelbuchung, einmal wegen des schlechten Gewissens, welches ich dir gegenüber hätte, und weil mich das einfach nur stresst und damit auch keinen Spaß bringt. Ich möchte meine gesamte Aufmerksamkeit nur uns beiden widmen.

Wenn ich dir damit ein wenig die Romantik genommen habe, so tut mir das leid, aber ich möchte dir gegenüber ehrlich sein.

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Du möchtest lieber in meinen Griffen „liegen“? Mehr dazu in diesem Blogbeitrag: Magie des Festhaltens

Liegezeit im Gefängnis
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