Erster Teil

Wie kann ein Rollenspiel das Innere wirklich berühren. Nur dann, ist meine Erfahrung, wenn das Szenario dafür einem zufliegt. Plötzlich taucht da im Bewusstsein eine Idee auf wie nebenbei, etwa beim Lesen oder Abwaschen oder im Zwischenraum von Schlaf und Aufwachen, am Verstand, dem Aufpasser, dem Zensor vorbei. Die Idee schreibe ich auf, auch wenn sie mir Angst macht oder ich denke, das darf ich nicht ausleben mit einer Frau. Danach entsteht daraus ein kurzes Szenario, ein Rahmen für eine Session.
Sophia ist die junge Lehrerin mit dem Ruf, streng und doch gerecht zu sein. Im Unterricht trägt sie immer modische schwarze Kleidung, aber sie vermeidet dabei mit geschlossen Schuhen ohne Absätze, langen, eher weiten Hosen sowie Blusen und Pullovern ohne Ausschnitt jede erotische Andeutung, was aber in den Augen des Schülers ihre Schönheit noch betont. Wenn er zuhause daran denkt, auf welche Weise sie ihn vorne an der Tafel ins Verhör genommen hat, spürt er, dass es bei dieser Lehrerin eine andere, für ihn verborgene Seite gibt, die seine Phantasie befeuert. Erst recht, als die Lehrerin ihn nachhause einlädt, um seine Prüfungsaufgabe für das mündliche Abitur zu besprechen.
Sie öffnet ihm die Tür komplett in Rot, von den Peeptoe Pumps über die Leggings bis zum arm- und bauchfreien Top. Sie schlägt ihm einen Deal vor, mit einem herausfordernd-diabolischen Lächeln. Wenn er in ihrem Mattenraum drei Prüfungen bestehe, gebe es danach ein Happyend und die Abiturprüfung werde ein Kinderspiel sein – versprochen. Was geschieht hier, ist diese Frau verrückt geworden, ihn so zu empfangen, schamlos geradezu, und ihm dieses unmoralische Angebot zu machen. Doch ihrer kaum glaublichen Verwandlung, ihrer soghaften Wirkung ist er längst verfallen, wie verrückt müsste er sein, sich dieses ungewisse, rauschhafte Erlebnis entgehen zu lassen.
Die erste Prüfung ist der Kampf auf der Matte, die zweite besteht darin, dass die Lehrerin ihn verprügelt mit Tritten und Schlägen, jeweils bis sie es genug sein lässt. An dieser Stelle soll nur ihr Ziel verraten werden: Sie will seine Kraft, Ausdauer und Nehmerqualitäten testen. Im Fokus soll hier die dritte Prüfung stehen, weil sie beim Schüler die stärksten, beim Schreiben des Szenarios ungeahnten Wirkungen auslöst.
Ich hatte ihr Hand- und Fußfesseln mitgebracht, doch die Lehrerin nimmt ihre Seile, um jeweils links und rechts den aufgestellten Fuß und die Hand aneinander zu fesseln, nachdem sie mir eine Augenmaske aufgesetzt hat. Seile verwendeten wir zuletzt vor vier Jahren in einer Session – es machte damals keinen großen Eindruck auf mich. Diesmal ist es anders, die Materialität der Seile fühlt sich so angenehm anschmeichelnd auf der Haut an, obwohl die Lehrerin sie so fest zieht, dass es kein Entkommen mehr gibt. Fixiert und wehrlos liege ich auf der Matte, die Beine erzwungenermaßen aufgestellt, der schönen Frau, die jetzt nur noch einen Hauch von einem roten Tangaslip trägt mit Perlen, die sich genau zwischen ihre Klitoris schieben. Ein Geschenk des Schülers, das sie in ihrer Großzügigkeit anprobiert und das ihr gefällt, als sie sich im Spiegel betrachtet.
Bislang war es für mich ein klassisches Szenario des Ausgeliefertseins, aber diesmal ist es anders. Es kommt mir vor, als wenn sich hinten im Raum des Ausgeliefertseins, der bei mir ein Mutterraum ist, eine Tür befindet, die ich mit diesem Szenario für das Rollenspiel geöffnet habe. Es ist mein eigener Raum, in dem sich meine Wünsche und meine Lust auf eine kaum glaubliche Weise zu zeigen beginnen, als die Lehrerin hinter mir Platz nimmt, ihre Beine sanft um meinen Hals legt und mit ihren Füßen meine Arme, meinen Bauch bis hinunter zum Schwanz sanft zu bespielen beginnt. Das Fühlen dieser Berührungen füllt meinen Körper voll aus. „Du bist sehr erregt“, höre ich die Stimme meiner Lehrerin an meinem Ohr. Doch es ist mehr als Erregung, was mich langsam erzittern lässt. Sie wechselt die Position, setzt sich zwischen meine Beine, lässt ihre über meinen Oberkörper gleiten und drückt mir zart ihre Füße auf die Wangen, die Nase, den Mund, mit der Zunge lecke ich ihre Sohlen und Zehen. Die Lehrerin kniet sich hin, gleitet mit dem Busen in kreisenden Bewegungen über meinen Schwanz, beugt den Oberkörper weiter nach vorne, stützt sich mit den Händen auf meinen Armen ab. Sie sagt: „Ich weiß, was du dir wünschst, unsere Körper sind sich so nah.“ Weitere Schauder durchlaufen den Körper, unwillkürlich, unkontrollierbar. Das steigert sich, als meine Lehrerin sich seitlich neben meinem Kopf niederlässt und den Hals mit ihren starken Schenkel umschlingt, sehr eng, ohne zuzudrücken.
In dieser Position komme ich tief in mir an, mein Körper entlädt sich mehrmals, gehalten von ihren Beinen und den Seilen. Meine Beine machen sich selbstständig, vibrieren, auf und ab, immer schneller, so auch später das Becken und noch einmal später der Oberkörper. Und die Lehrerin: Ich spüre ihre aufmerksame Ruhe, sie ist bei mir, ihrem Schüler, einmal legt sie die Hand auf meine Brust, einmal auf meine Beine, um mich zu erden. Ansonsten lässt sie die Weisheit meines Körpers gewähren, es darf sich was auch immer lösen, ich will es gar nicht mehr wissen, es ist einfach wundersam erfüllend, tatsächlich glücklich machend.

Ich gehöre meiner Lehrerin voll und ganz, mit Leib und Seele. Ich gebe mich diesem Anteil meines Mann-Seins hin, erlebe ihn zum ersten Mal derart intensiv überwältigend. „Ich will genau das so sehr“, höre ich mich sagen, gleich zweimal. Und als sie dann langsam mit den Beinen den Druck auf meinen Hals erhöht, da ist es nur pures Vergnügen auf dem Weg zur Ekstase. Mit meiner Lehrerin, bei mir selbst und zugleich körperlich nah und verbunden mit ihr. Sie löst den Griff und auch die Fesseln an meinen Armen, nur noch die Beine bleiben unbeweglich aufgestellt. Sie geht kurz weg, doch diesmal entsteht keine bedrohliche Ungewissheit in mir. Ich drehe mich auf die Seite, es durchfährt mich ein letztes Schütteln, dann kehrt Ruhe ein. Und als die Lehrerin zurückkommt, legt sie sich neben mich und kuschelt sich an, wie schön ist das denn. Bis mir wieder einfällt, das ja noch die dritte Prüfung aussteht…

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Zweiter Teil folgt.

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Raum der Erfüllung